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Die Kleiderökumene

Im Jahr 2005 trafen sich auf dem Steinheimer Wochenmarkt zufällig Gertrud Hornemann von der Pfarrcaritas der kath. Kirchengemeinde St. Marien und Werner Klein, der damalige Kirchmeister der ev. Kirchengemeinde. Im Gespräch stellte sich heraus, dass beide überlegten einen Gebrauchtkleiderladen für bedürftige Mitbürger/innen zu eröffnen. Weil zusammen bekanntlich alles leichter ist wurde beschlossen, solch ein Projekt gemeinsam zu stemmen. Pastor Ulrich Beimdiek und das Presbyterium waren einverstanden.

Neben dem ev. Gemeindezentrum wurde in der Bahnhofstraße 6 ein kleiner Laden gefunden und von der ev. Kirche angemietet. Beide Kirchengemeinden stellten benötigte Geldmittel zur Verfügung und Werner Klein übernahm die Planung und Bauleitung. Der Hausbesitzer, Familie Koke aus Detmold, übernahm die notwendigen Bau- und Renovierungsarbeiten. Die Inneneinrichtung wurde durch den Einsatz von Frau Hornemann und Herrn Klein zum größten Teil von Steinheimer Firmen und Bürgern gespendet. Ebenfalls die neue Beleuchtung des Ladens.

So ein Projekt geht natürlich nur mit Hilfe der Ehepartner. Erika Klein und Günter Hornemann waren mit im Boot. Es schien, als ob die Steinheimer nur auf sie gewartet hätten. Sie bekamen und bekommen bis heute saubere modische Kleidung. Schnell fanden sich auch Frauen die gerne halfen, die Kleidung zu sortieren und in den Laden zu räumen. Bei der gesamten Organisation stand ihnen Pastor Peter Dalheimer mit gutem Rat zur Seite. Er hatte zuvor in Bochum schon mehrere ähnliche Projekte begleitet.

Am 3. März 2006 konnte der kleine Laden mit zwanzig ehrenamtlichen Helferinnen eröffnet werden. Als Sprecherin wurde Gertrud Hornemann gewählt. Anneliese Niehörster kümmerte sich um die Finanzen, erledige die Einkäufe und betreute die Gruppen. Dieses ökumenische Projekt fand auch überregional große Beachtung. Vom Lions Club Brakel kam eine größere Spende. Davon wurden eine gebrauchte Industrie-Waschmaschine und ein Trockner angeschafft.

Über die Kernaufgabe hinaus kann durch die Vernetzung mit dem Verein „Steinheim International", dem Projekt „Möbellager" der Stadt Steinheim und der Pfarrcaritas oft bei Problemen weitergeholfen werden. Manchmal dient der Laden aber auch als Kummerkasten oder Treffpunkt. Auch der Andrang durch Flüchtlinge wurde 2015 gut bewältigt.

Die Kleiderökumene ist ein soziales Projekt, bei dem es nur Gewinner gibt. Die Spender freuen sich, dass ihre gute Kleidung nicht im Müll landet. Die Empfänger freuen sich, dass sie mit einer kleinen Spende gute Kleidung bekommen. So beschloss das gesamte Team, eventuelle Überschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit an Schulen, Kitas und Vereine in der Großgemeinde weiter zu geben. Auch unser Freibad wird nicht vergessen. Darüber freuen sich die Empfänger natürlich besonders.

Kleidung, die wir zu viel bekommen oder die nicht mehr ganz aktuell ist, geben wir an den Verein „Kinder sind unsere Zukunft" weiter. Zweimal im Jahr bringt dieser die Spenden nach Russland (Ostpreußen) und Litauen. Natürlich denken wir auch an die Kolping- und Bethel-Sammlungen.

Heute werden die Arbeiten und Aufgaben von 28 Frauen in fünf Gruppen mit fünf Öffnungszeiten geleistet. Unsere Kleiderökumene in der Bahnhofstraße ist eng, keine Frage, aber es herrscht immer eine gute, freundliche Atmosphäre. Es macht einfach Spaß, darin zu arbeiten, zu beraten und anderen Menschen zu helfen. Für die Zukunft dieses Projekts wünsche ich mir noch einige jüngere Frauen, die Lust haben bei uns mitzumachen.

Autor: Annelies Niehörster 
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