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Die neue Emmerbrücke

2014. Beim Thema Erschließung des Alten Hagens zum Naherholungsgebiet trafen sich drei unterschiedliche und doch gemeinsame Interessen. Die nachfolgenden Zeilen zeigen wie groß auch bei gemeinsamer Zielrichtung und allgemeiner Zustimmung die Schwierigkeiten bei solch einem Projekt sein können.

1. Der Heimatverein Steinheim hat 1985, also vor 30 Jahren, den Emmerweg X8 als Hauptwanderweg des Eggegebirgsvereins ausgewiesen und seitdem instand gehalten. Mehrere tausend Wanderer sind den 72 Kilometer langen Weg gegangen und waren begeistert. Kein Wunder, nicht umsonst gilt das Tal der Emmer als das schönste Seitental der Weser.

Im Lauf der Zeit wurde der Streckenabschnitt Steinheim immer mehr zum Problem. Im Bereich Wiechersweg – Höxterstraße – Schiederstraße hat der Kraftfahrzeugverkehr derart zugenommen, dass dieser Teil als Wanderweg schlicht unzumutbar ist. Deshalb hat der Heimatverein vor einigen Jahren den Antrag gestellt den rechts der Emmer verlaufenden Wirtschaftsweg in Ordnung zu bringen und für diesen Zweck auszuweisen.

Das scheiterte am Einspruch einiger Anlieger. Bürgermeister Franzke machte daraufhin den Vorschlag den Weg links an der Emmer entlang zu führen, was allerdings die Überquerung durch eine Brücke notwendig machte. Sonst fand der Plan allgemeine Zustimmung.

2. Die Bürgerstiftung Steinheim bekam 2006 von der E.On Netz GmbH eine große Kapitalzuwendung die ursprünglich mit der Auflage verbunden war, die jährlichen Erträge in Naturschutz-Maßnahmen zu investieren. Eine Befragung aller Steinheimer Bürger ergab, dass sich über 95 Prozent für einen besseren Ausbau des Alten Hagens als Naherholungsgebiet aussprachen.

Die zunächst geplante Anpflanzung einer Allee von der Emmer-Furt bis zur Nieheimer Straße scheiterte an den Grundbesitzern. Etwas später stand dann der Bürgerstiftung durch ein großzügiges Vermächtnis des Heimatfreundes Otto Lüke eine größere Kapitalsumme zur Verfügung, die in seinem Sinn angelegt werden sollte. Der ursprüngliche Plan einen Park der Generationen mit vielfältigen Möglichkeiten zu schaffen scheiterte daran, dass im Jahr 2000 das Emmertal im Bereich der Stadt Steinheim zum FFH-Naturschutzgebiet erklärt worden war. Damals hatte man versäumt das Gelände des alten Sportplatzes davon auszunehmen.

3. Die Stadt Steinheim, insbesondere Bürgermeister Franzke, hatte schon früh die Verpflichtung erkannt, hier im Sinne der Bürger tätig zu werden. Im Rahmen der Vorarbeiten zum Programm „Stadtumbau West“ wurde von Frau Prof. Reicher vom Planungsbüro rha ein Vorschlags-Konzept für die mögliche Gestaltung des Alten Hagens entwickelt. Sowohl aus finanziellen wie auch aus Naturschutz-Gründen waren die Vorschläge nicht realisierbar, so dass schließlich als erster Schritt die Anlage des linksseitigen Spazier- und Wanderweges zwischen Emmer und Heubach blieb, wie ihn sich der Heimatverein wünschte.

Mit dieser Lösung konnten alle drei Gruppen leben. Im Rahmen der „Grünvernetzung“ wurde er durchgehend vom Grundstück Wiegand an der Detmolder Straße mit zwei Fußgängerbrücken über Heubach und Mühlengraben bis zur Papierfabrik geplant. Dort hatte der Heimatverein schon vor zwei Jahren einen alten Wirtschaftsweg befestigt, als Ausgleich für den früher so beliebten und seit Jahren gesperrten Weg über das Gelände der Papierfabrik.

Ob und wann das Gesamtkonzept verwirklicht werden kann ist heute nicht absehbar. Jedenfalls konnte 2014 das wichtigste Wegstück von den Sieben Schütten bis zur Langen Brücke fertiggestellt werden. Die Emmerbrücke, verursachte dabei erhebliche technische Schwierigkeiten, weil sie im Bereich der Emmer- Heubachmündung gebaut werden musste. Andererseits auch, weil einige Steinheimer keinerlei Verständnis für die Notwendigkeit des Gesamtprojekts aufbrachten.

Wer tagsüber Stunde um Stunde im Büro am Computer oder an der Kaufhauskasse arbeitet, wer als Arbeiter oder Angestellter in geschlossenen Räumen den Zwängen des Alltags ausgesetzt ist, der wird für die neue Möglichkeit des Feierabend-Ausgleichs und der Bewegung in freier Natur dankbar sein.

Als Dank für die große finanzielle Unterstützung der Kultur- und Heimatpflege sollte auf Wunsch der Bürgerstiftung und des Heimatvereins Steinheim sowie vieler Bürger unserer Stadt der Spazier- und Wanderweg „Otto-Lüke-Weg“ genannt werden. Der Dank gilt aber auch dem in den USA lebenden Steinheimer Wissenschaftler Heribert Wiedemeier, dessen großzügige Spende es dem Heimatverein ermöglichte den Bau der Brücke kräftig zu unterstützen.

Mit der Übergabe der Emmerbrücke am 29. August 2014 an die Bürger ist unsere Stadt ist Steinheim wieder etwas attraktiver und liebenswerter geworden!

Autor: Johannes Waldhoff 
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